Die Worte „Plot“ oder „plotten“ hast Du vielleicht schon einmal gehört.
Mir waren sie, bis vor ein paar Jahren, gänzlich unbekannt.

Bauchschreiber
Mein Leben lang war ich Bauchschreiber. Unermüdlich habe ich die Kreativität aus meiner Fantasie aufs Papier fließen lassen – in meiner Jugend mit Stift und Notizblock, später mit der Schreibmaschine, und noch etwas später auf dem Computer … jaaa, so alt bin ich schon!

Wo ist meine Muse?
Doch irgendwann, kurz vor der Dreißig (… jaaa, so alt bin ich schon!), hat mich meine Muse verlassen … so dachte ich. Die Ideen kamen nur noch stocken, und flossen weiß der Geier wohin, aber nicht aufs Papier. Irgendwann habe ich mit dem Schreiben aufgehört.
Was bringt das schon, wenn die Muse ausgewandert ist, und der Flow sich nicht mehr einstellt?

Reset
Diese kreative Pause dauerte über zehn Jahre (… und jaaa, so alt bin ich schon!).
Ein einfacher Spruch hat mich dann wieder zurück an den Schreibtisch gebracht.

Du schreibst nicht,
weil Du im Flow bist,
Du bist im Flow,
weil Du schreibst!


Applaus! Feuerwerk! Menschen fallen sich weinend in die Arme!
Jaaa, so alt musste ich werden, um so eine einfach Erkenntnis zu bekommen.
Die „Muse“ ist gegangen, weil ich im Alltagsstress (alleinerziehende Mami, und so) einfach keine Zeit mehr hatte für meine Kreativität, und weil ich sie erzwingen wollte, obwohl ich oft müde und erschöpft war.

Das klappt so nicht!
Das Bauchschreiben funktioniert so einfach nicht, weil ich die Kreativität, auf diese Art und Weise, nicht fließen lassen kann.
Der Kopf war auf Dauerbetrieb, mit all dem Kummer, den Sorgen und dem Stress.
Irgendwie bin ich jeder Aufgabe hinterher gehechelt, ohne Pausen oder Auszeiten, nur um alles unter einen Hut zu bekommen.
Wer bitte, kann da schon kreativ sein?
Also, ich schon mal nicht!

Kommen wir jetzt endlich zum Plotten?
Sorry, ich bin abgeschweift!
Ich habe mich also jeden Tag, ohne Ausnahme hingesetzt, um eine halbe Stunde zu schreiben

Leicht gesagt … schwer getan!
Der Kopf war leer, die Kreativität hat aus der Ferne gewunken, und sich wieder ihrem Cocktail gewidmet.
Deswegen habe ich damit begonnen, mir für die Kurzgeschichten immer fünf Stichworte vorzugeben, die verbaut werden müssen.
Ich habe das zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst, aber das war schon eine Light-Variante des Plottens.
Der rote Faden sozusagen, der sich durch die Geschichte zieht.
Plotten ist die Vorarbeit, die Recherche, das Fundament, auf dem ich das Manuskript aufbaue.

Wie geht denn nun richtig plotten?
Etwas später habe ich mich dann über das Plotten belesen, nachdem ich davon zum ersten Mal gehört hatte. Da gibt es ja unglaublich viele verschiedene Methoden.
Ich selbst hatte mich für die Schneeflocken-Methode entschieden, die nach und nach von einem Satz, über fünf Sätze zu fünf Absätzen, usw. aufbaut. Und ganz brav habe ich meinen Debütroman bis ins kleinste Detail durchgeplottet. Es gab eine Kapitelübersicht, eine Szenentabelle, Charakterblätter, und und und …
Das war so unglaublich hilfreich, das kann ich gar nicht sagen. Bereits beim Plotten war ich im Flow, und die Ideen flossen gerade so auf das Papier.
Keine Ahnung, warum das plötzlich funktioniert hat?

Wie plotte ich?
Gut, die Szenentabelle war schon nach den ersten fünfzehn Seiten hinfällig, weil mir eine coole Idee einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Plötzlich ging es in eine ganz andere Richtung, nur um am Ende, für den Showdown, wieder auf der Szenentabelle zu landen. Aber das war okay für mich.
Künstlerische Freiheit muss sein!
Gelernt habe ich daraus, dass ich jetzt nur noch grob nach der Schneeflocken-Methode plotte, mir Kapitel- und Szenentabelle spare, und dafür die Charakterblätter besser ausarbeite. Das gibt mir zwar eine Richtung, in die ich gehen kann, verbindet mich besser mit meinen Charakteren, lässt mir aber meine kreative Freiheit.

Fazit
Anfangs habe ich den Gedanken gehasst, mir meine „künstlerische Freiheit“ durch das Plotten nehmen zu lassen. Ich dachte, das killt den Flow erst recht, und sorgt dafür, dass ich in einem starren Rahmen arbeiten muss.
Glücklicherweise konnte ich mich selbst eines besseren belehren, und inzwischen finde ich das Plotten einer neuen Idee aufregender als das Schreiben, und natürlich kreativer als das Überarbeiten.

Wenn ihr Bauchschreiber seid, und irgendwie nicht weiter kommt, dann versucht das mit dem Plotten ruhig mal. Ihr werdet überrascht sein, welche Ideen plötzlich fließen.

Alles Liebe
Eure Lisa


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© Lillemor Lisa Larsen – www.lillemorlisalarsen.com

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