Kapitel 01 – Vernäht und zugeflixt


Die kleine Sophie spielt in ihrem Zimmer. Liebevoll wiegt sie ihre Puppe hin und her.
„Funkel, funkel, kleiner Stern.“ Sie singt ihr Püppchen sanft in den Schlaf.
„Oh, ist das schön.“
Eine leise Stimme dringt an Sophies Ohr. Überrascht sieht sie sich um. Oben, auf ihrem Basteltisch bewegt sich etwas. Sie reckt neugierig den Hals. Ein wunderschöner blauer Schmetterling sitzt auf der Tischkante. Verzückt sieht er auf das Püppchen hinunter.
„Ein Schmetterling!“ Sophie jubelt laut los. „Du bist wunderschön.“
„Oh oh! Beim stinkenden Misthaufen, du hast mich entdeckt.“

Sophie legt ihre Puppe weg. Langsam kommt sie näher.
„Du kannst ja sprechen.“
„Äh … ja?“ Der Schmetterling sieht sich panisch um, und nickt. Blaue Wuschellocken wippen auf und nieder.
„Wer bist du?“
„Ich bin Trulla, deine Schutzfee. Ich pass‘ auf dich auf.“
„Du bist mein Schutzengel?“
„Schutzfeehee.“ Trulla schmollt. „Warum wollen immer alle einen Schutzengel haben? Schutzfeen sind viel cooler.“
„Cooler?“ Sophie sieht Trulla fragend an.
„Na, cooler eben. Du weißt schon, magisch. Hübsch. Liebenswert. Klein. Und wir können uns viel besser verstecken als Engel.“
„Darin bist du aber nicht sehr gut.“ Sophie kichert.
„Scheinbar nicht.“ Trulla kratzt sich am Kopf und sieht sich um.

„Wie lange passt du schon auf mich auf?“
„Ähm, erst seit heute.“
„Toll!“ Begeistert betrachtet Sophie die kleine Fee. Trulla ist etwas größer als ihr Lieblingsmalstift. „Dein blaues Glitzerkleid ist wunderschön.“
„Dankeschön.“ Trulla freut sich.

„Sag mal, Trulla.“
„Ja?“ Trulla kommt neugierig näher.
„Was ist dieses magisch?“
„Du weißt nicht, was magisch bedeutet?“
„Nein.“ Sophie schüttelt den Kopf.
„Dann lass es mich dir zeigen.“

Trulla klatscht in die Hände. Vor ihr in der Luft funken Sterne auf, so als würde man eine Wunderkerze anzünden. Aus dem Nichts erscheint ein klitzkleiner Stab, auf dessen Spitze ein funkelnder blauer Stern sitzt.
Trulla schwingt den Stab. Wieder sprühen funken auf. Sophies Lieblingsstift erhebt sich. Langsam schwebt er über den Basteltisch.
Trulla schwingt ihren Zauberstab, und malt damit ein Herz in die Luft. Der rosa Glitzerstift senkt sich auf ein Stück Papier und zeichnet ein windschiefes Herz darauf. Dann plumpst er auf den Tisch, und liegt da, als hätte er sich nie bewegt.

„Ooohhh.“ Sophie kommt langsam näher. Sanft zeichnet sie mit ihren kleinen Fingerchen das Herz nach. „Das ist wunderschön.“
Trulla lächelt erfreut.
„Das ist für dich.“
„Dankeschön.“ Sophie hebt das Stück Papier auf. Liebevoll drückt sie es an ihre Brust.

„Das ist Magie.“
„Malen ist Magie?“
„Nein.“ Trulla seufzt. „Ich hab‘ gemalt, ohne den Stift anzufassen. Das ist Magie. Das, und vieles mehr, ist mein Zauber.“
„Kann ich das auch?“ Sophie sieht begeistert zu dem kleinen Stab.
„Ähm.“ Trullas Zauberstab zieht Funken hinter sich her, als sie ihn hinter ihrem Rücken versteckt. „Zauber können nur wir Feen.“
„Ich kann es doch versuchen.“
„Lieber nicht.“
„Warum nicht?“
„Weil es nicht geht.“ Trulla klatscht ein weiteres Mal, und mit einem letzten Auffunkeln verschwindet der Stab.

„In Ordnung.“ Sophie senkt den Kopf, und schleicht zu ihrer Puppe zurück.
„Oh, vernäht und zugeflixt!“ Trulla hat ein schlechtes Gewissen. „Das letzte Kind, auf das ich aufpassen durfte, hat mit meinem Zauberstab gespielt. Ein schreckliches Chaos ist entstanden. Die Feenkönigin musste persönlich eingreifen. Vielleicht ist mir das auch schon mehrmals passiert, oder so.“

Sophie dreht sich um, und kommt zu Trulla zurück.
„Ist etwas schlimmes passiert?“
„Nein, natürlich nicht. Aber Mamas und Papas dürfen nicht wissen, dass es uns Feen gibt. Kinder eigentlich auch nicht.“
„Ich werde es niemandem verraten, versprochen.“ Sophie lächelt Trulla verschwörerisch an.
„Danke.“ Trulla lächelt zurück und hebt Sophie die Faust entgegen.

Sophie runzelt die Stirn.
Trulla seufzt schon wieder.
„Dir muss ich aber auch wirklich alles beibringen, oder? Du musst mit deiner Faust dagegen stoßen.“
„Warum?“
„Weil wir jetzt ein Geheimnis haben.“
„In Ordnung.“
„Und, weil es cool ist.“
„In Ordnung.“
Sophie hebt ihre Hand. Sanft stößt sie gegen Trullas Faust.

Die beiden nicken sich verschwörerisch zu. Dann sieht Sophie sich im Zimmer um. Aufgeregt deutet sie auf ihr Bett.
„Komm, wir kuscheln uns unter meine Decke. Ich habe noch etwas Osterhasenschokolade. Die teile ich mit dir. Und du erzählst mir, was du mit deinem letzten Kind erlebt hast.“
„Mmmhhh, Schokolade.“ Sophie kuschelt sich in ihr Bett, und öffnet einen Schokoladenosterhasen. Trulla folgt ihr. Sie setzt sich auf Sophie Hand, und beginnt zu erzählen.


Alles Liebe
Eure Lisa


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© Lisa Larsen – www.lillemorlisalarsen.com

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